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FOERDERDATENBANK:https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Land/NRW/aktionsprogramm-hilfen-in-wohnungsnotfaellen.html
Summary
Description
Die Versorgung mit Wohnraum ist ein elementares Grundbedürfnis. Wohnungslosigkeit ist eine der extremsten Formen von Armut, mit einschneidenden Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen und erheblichen Herausforderungen für Kommunen und freie Träger der Wohlfahrtspflege, die bei den Hilfen in Wohnungsnotfällen Verantwortung übernehmen. Ihr Ziel muss sein, Wohnungslosigkeit so weit wie irgend möglich zu vermeiden und zu beheben.
Die Landesregierung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die lokal und überörtlich verantwortlichen und aktiven Träger bei der Erreichung dieses Ziels zu unterstützen, indem sie
Nach einer langen Phase der Entspannung von lokalen Wohnungsmärkten in vielen Teilen des Landes, die sich seit Mitte der 90er-Jahre auch in einem deutlichen Rückgang der in der ?Obdachlosenstatistik? des Landes Nordrhein-Westfalen erfassten kommunal untergebrachten Wohnungslosen widerspiegelte, war in den vergangenen Jahren vielerorts wieder eine zunehmende Anspannung der Wohnungsmärkte zu verzeichnen. Die erfreuliche Entwicklung in der Vergangenheit und gezielte Anstrengungen zur Verbesserung der Prävention von Wohnungslosigkeit hatten es vielen Kommunen und freien Trägern ermöglicht, kommunale Obdachlosenunterkünfte und Plätze in großen stationären Einrichtungen für Wohnungslose abzubauen. Nun stehen die lokalen Akteure vor neuen Herausforderungen. Dies nicht zuletzt aufgrund der Anspannung der Wohnungsmärkte und einer deutlichen Zunahme des Zuzugs von Flüchtlingen, die ebenfalls mit vorübergehender Unterbringung und Wohnraum zu versorgen sind. Im Jahr 2011 wurde eine Wohnungslosenstatistik für Nordrhein-Westfalen neu etabliert, die als grundlegender Bestandteil einer Integrierten Wohnungsnotfallberichterstattung nunmehr nicht nur über die Zahl der von den Kommunen untergebrachten Wohnungslosen berichtet, sondern auch über diejenigen, die am gleichen Stichtag von freien Trägern der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind oder in deren Beratungsstellen ambulante Unterstützung erhalten. Sie dokumentiert, dass in den letzten Jahren der bis dahin zu verzeichnende Rückgang der Wohnungslosenzahlen gestoppt wurde und in einer Reihe von Städten und Kreisen bereits eine besorgniserregende Zunahme von Wohnungslosen zu verzeichnen ist.
Vor diesem Hintergrund ist es umso bedeutsamer, die präventiven Anstrengungen weiter zu verstärken, um Wohnungslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen. Ist trotz aller Anstrengungen dennoch Wohnungslosigkeit eingetreten, sind alle Möglichkeiten zu ihrer raschen Behebung zu nutzen und gegebenenfalls auch neue Wege zu beschreiten, um Wohnungslosen den Zugang zu dauerhaftem Wohnraum so schnell wie irgend möglich zu erschließen. Dazu gehört auch, dass sie bei entsprechendem Bedarf wohnbegleitende Unterstützungsleistungen erhalten, um ihr Wohnverhältnis dauerhaft abzusichern und die weitergehende soziale Integration zu fördern.
Die jährliche bundesweite Auswertung der Daten von Klientinnen und Klienten der Wohnungslosenhilfe freier Träger belegt immer wieder eindrucksvoll, dass die überragende Mehrheit der Wohnungslosen ein dauerhaftes Wohnverhältnis in einer abgeschlossenen normalen Wohnung anstrebt. 1) Die neuere internationale Forschung zu ?Housing-First?-Ansätzen 2) hat zudem mit robusten Vergleichsstudien erneut bewiesen, dass selbst Wohnungslose mit hochkomplexen Problemlagen (und auch solche mit massiven Suchtproblemen und psychischen Erkrankungen) in der Lage sind, dauerhafte Wohnverhältnisse aufrechtzuerhalten, wenn bedarfsgerechte wohnbegleitende Unterstützungsleistungen gewährt werden. Diese Studien haben auch eindrucksvoll belegt, dass eine schnelle Reintegration in normalen Wohnraum deutlich bessere Ergebnisse erzielt als Hilfeansätze, bei denen Wohnungslose über lange Zeit in Institutionen und Sonderwohnformen auf ein Leben in normalen Wohnverhältnissen stufenweise ?vorbereitet? werden.
Da Wohnungslose häufig auf besondere Barrieren beim Zugang zu normalem Wohnraum stoßen (Schufa-Anfragen, Einstufung als potenzielle ?Risikomieterinnen bzw. -mieter?, geringes Angebot an erschwinglichem Wohnraum für Einpersonenhaushalte), sind gesonderte Anstrengungen nötig, um ihnen diesen Zugang möglichst zeitnah zu ermöglichen. Um die Integration in regulären Wohnraum nachhaltig abzusichern, sollten diejenigen, welche dabei gezielte Unterstützung benötigen, solche Leistungen auch erhalten.
Letztlich muss auch unter verschärften Rahmenbedingungen das Ziel aller Bemühungen darin bestehen, Wohnungslosigkeit zu vermeiden und schnellstmöglich zu beheben, anstatt sie lediglich zu verwalten.
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