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FOERDERDATENBANK:https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BMBF/bofplus.html
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Die Förderrichtlinie ?Berufliche Orientierung für Personen mit Flucht- und Migrationserfahrung (BOFplus)? soll die Beteiligung von Personen mit eigener oder familiärer Flucht- und Migrationserfahrung an einer Ausbildung oder beruflichen Qualifizierung erhöhen, damit sie im Anschluss als Fachkraft mit einem qualifizierten Berufsabschluss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Deutschland ist ein Einwanderungsland, in dem Geflüchtete und Zugewanderte zielgerichtet unterstützt werden müssen, damit sie eine Ausbildung oder sonstige berufliche Qualifizierung beginnen können. Laut Mikrozensus 2021 gelingt dies vielen von ihnen nicht. 38 Prozent der Personen zwischen 20 und 34 Jahren, die selbst zugewandert sind, haben keinen formal anerkannten Berufsabschluss beziehungsweise befinden sich auch nicht in Ausbildung.
Zum Vergleich: Bei Personen ohne Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe haben nur zwölf Prozent keinen anerkannten Berufsabschluss (Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2023).
Zu den vorhandenen Gründen, warum Geflüchtete und Zugewanderte häufiger als andere dem Arbeitsmarkt als nicht formal Qualifizierte zur Verfügung stehen, gehören unter anderem: flucht- und migrationsbedingte Brüche der Bildungs- und Erwerbsbiografie, niedrige oder nicht anerkannte Schulabschlüsse, Sprachbarrieren, finanzielle oder aufenthaltsrechtliche Schwierigkeiten, unzureichende Kenntnisse über Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten oder Schwierigkeiten bei der Anerkennung und dem Einsatz ihrer beruflichen Erfahrungen und im Herkunftsland erworbenen Qualifizierungen. Häufig fehlt ein soziales Netzwerk, das mit Wissen und eigenen Erfahrungen auf dem qualifizierten Arbeitsmarkt weiterhelfen kann.
Ausländische Arbeitskräfte sind im deutschen Niedriglohnsektor überrepräsentiert, unter anderem weil hier oft ein niedrigschwelliger Einstieg mit nur geringen Deutschkenntnissen möglich ist. Laut dem Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR-Studie 2023-1) ist ihre Beschäftigung im Niedriglohnbereich oftmals eher eine ?Prekaritätsfalle als ein Sprungbrett? zur Integration und gesellschaftlichen Teilhabe. Ihre Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Sprache sind häufig eingeschränkt, unter anderem weil Sprachkursangebote die Arbeits- und Lebensrealität nicht ausreichend berücksichtigen.
Obwohl in den letzten Jahren der Anteil der Auszubildenden mit Fluchthintergrund gestiegen ist, sind deren Chancen auf eine Neueinstellung weiterhin deutlich geringer als bei anderen Bewerberinnen und Bewerbern ( BIBB -Betriebspanel 2022, BA / BIBB -Bewerberbefragung 2021). Betriebe befürchten häufig Mehrbelastungen bei der Einstellung von Auszubildenden mit Flucht- und Migrationserfahrung. Mangelnde Deutschkenntnisse bleiben sowohl ein wesentliches Hemmnis für die Einstellung als auch zentrale Herausforderung im Arbeitsalltag ( KOFA 2020).
Laut Berufsbildungsbericht 2022 bleibt die Situation am Ausbildungsmarkt auch nach dem Ende der Corona-Pandemie-Maßnahmen herausfordernd. Die Nachfrage von jungen Menschen nach einer dualen Berufsausbildung erreichte einen neuen Tiefstand, immer mehr Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. Es gilt, die passgenaue Zusammenführung von Angebot und Nachfrage weiter zu verbessern. BOFplus kann dies durch die Stärkung der Beruflichen Orientierung und bedarfsorientierten Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung sowie durch die parallele Unterstützung von Betrieben bei der Besetzung von offenen Ausbildungsplätzen fördern. Damit leistet BOFplus einen Beitrag zur Deckung des aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfs.
BOFplus soll Personen mit Flucht- und Migrationserfahrung befähigen, die für sie passende Ausbildung oder berufliche Qualifizierung zu beginnen. Dies kann eine betriebliche oder schulische Ausbildung (beziehungsweise eine vorbereitende Einstiegsqualifizierung), eine (Teil-)Qualifizierung, eine Anpassungsqualifizierung zur Anerkennung bisheriger Berufsabschlüsse, eine Umschulung oder ein Studium sein.
Folgende Ziele sollen mit der Förderung erreicht werden:
Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung 2023 bis 2026 mit ihren Partnern Angebote der Berufsorientierung, insbesondere auch für Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund.
BOFplus ist Teil der Initiative ?Abschluss und Anschluss ? Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss? (Startseite ? BMBF Bildungsketten) und unterstützt den Grundsatz der Inklusion. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ( BMBF ) flankiert diesen Prozess, indem es die Bildungsträger bei der Durchführung der berufsspezifischen Orientierungsmaßnahmen unterstützt, die zum staatlichen Bildungsauftrag gehören. Damit wird zugleich die anschließende Einmündung in eine Ausbildung oder Qualifizierung unterstützt. Eine Überschneidung mit anderen Förderprogrammen wird durch das Verbot der Doppelförderung vermieden. Eine systematische Verknüpfung der durch diese Richtlinie geförderten Maßnahmen mit den anderen Angeboten in der Region zur Vorbereitung von Geflüchteten oder Zugewanderten mit besonderem Förder- oder Sprachunterstützungsbedarf auf eine Berufsausbildung wird erwartet.
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